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Thema: Die Eröffnungsfeier

  1. #46
    George Weah

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Der kommt schon aus einer anderen (Werte-) Welt, der Zhang (Regisseur der Eröffnungsfeier).
    Auszug aus Spielel-Online Artikel:

    ... nun hat der Regisseur in einem ausführlichen Interview mit der Zeitung "Südliches Wochenende" seine Gedankenwelt geöffnet - und sich als Bewunderer der nordkoreanischen Politkunst erwiesen. "Diese Vorstellungen können so uniform sein. Solche Art von Gleichheit bringt Schönheit hervor", sagt er. Und fügt auf sich und seine Landsleute bezogen hinzu: "Wir Chinesen können das auch."

    Der gesamte Artikel: www.spiegel.de/panorama/0,1518,573181,00.html

    Meine Welt ist die konsequente Unterordnung der Individualität des Einzelnen unter die Harmonie des Ganzen jedenfalls nicht.

    Davon ab glaube ich auch nicht, dass die Bereitschaft zur Einordnung ins Kollektiv eine Überlegenheit der chinesischen Kultur ausmacht, wie von Zhang im Artikel behauptet.
    Hat zwar viel "Schlagkraft", aber zu wenig Variabilität und ungenutzte Intelligenz für eine sich zunehmend schneller verändernde und komplexe Welt.

  2. #47
    Azad

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Auch grade gelesen.
    mehr kann ich dazu nicht sagen.

  3. #48
    dizzy

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Zitat Zitat von George Weah
    Der kommt schon aus einer anderen (Werte-) Welt, der Zhang (Regisseur der Eröffnungsfeier) (...)
    Ist Dir jetzt erst aufgefallen, dass in anderen Kulturen und Erdteilen durchaus andere Werte, Normen und Ansichten existieren als in Westeuropa?

  4. #49
    doppelpassversuch

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Ich kann diese Spiegel-Artikel nicht mehr sehen. Das ist kein Journalismus, dass ist nur noch billige Polemik.
    Bei allem, was irgendwie mit China zu tun hat, wird erstmal draufgehauen, und unreflektiert erstmal kluggeschissen.
    Naja, Angebot und Nachfrage. Das wollen die meisten Leute wohl auch lesen. Immer schön mit dem Finger auf China zeigen, ohne auch nur ein bischen Ahnung zu haben, und bei allem, was den eigenen Vorurteilen im geringsten entspricht, ersteinmal groß aufheulen.


    Hier hat Zhang irgendwo ein Interview gegeben, in dem auch über seine Arbeit gesprochen wurde. Und wenn es in der chinesischen Kunst bestimmte Ästehetiken gibt, in der harmonische Umwelt dargestellt wird, die sich im einheitlichen Fluss bewegt, da hat er halt gesagt dass schnäpfische europäische Darsteller nicht willends sind, an solchen Projekten zu arbeiten, da sie beamtenmäßig auf ihren Feierabend achten, und immer ihren eigenen Ego in den Vordergrund stellen.
    Soetwas wurde im Nebensatz erwähnt, wer weiß wie lang das Interview in Wirklichkeit war, und über was noch so alles gesprochen wurde.

    Europäische Regisseure würden ebenso sprechen. Ich stell mir mal einen der 'wichtigen' und 'künstlerischen' Intendantn deutscher Opernhäuser vor, der gefragt wurde, wie denn seine letzte Wagner-Inszenierung mit einer kameruner Schauspielertruppe in Kamerun so war.
    Ich wette, der deutsche Intendant würde auch kurz über unterschiedliche Mentalitäten der Künstler sprechen.

    Aber was macht dann der Spiegel?
    "Chinesischer Starregisseur spottet über westliche Kultur".

    crazy crazy crazy

    Wie wäre es mit dieser Überschrift?

    "Deutscher Worum-Nutzer scheißt auf den Spiegel"

  5. #50
    George Weah

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    @doppelpassversuch
    Genervt sein über den chronisch aufklärerischen Imputus des Spiegels in allen Ehren, aber es geht in dem Artikel doch in erster Linie nicht darum, dass Zhang europäischen Darsteller-Schneppfen zu viel Ego für die Ästhetik des Harmonischen und Einheitlichen unterstellt.
    Es geht mMn um die Bedeutung, die Zhang den Werten Harmonie und Einheit beimißt. Und der Autor ist wenigstens so reflektiert, zu konstatieren, dass es dem westlichen Beobachter dabei kalt den Rücken runterläuft. Er markiert doch damit immerhin ungefähr den Standpunkt, von dem er seine Wertung vornimmt.
    Schade nur, dass es im Artikel dabei bleibt. Unterm Strich steht dann nur:
    - der Chinese Zhang bemängelt die westliche Kultur, weil sie nicht geeignet ist, seine Werte von Einheit und Harmonie zu realisieren.
    - der westeuropäische Autor bemängelt Zhang, weil er nicht für seine Werte von Aufklärung, Individualität, Menschenrechte und was auch immer steht.

    Ich glaube der Artikel ist nicht voller Vorurteile, aber er hält einem Chinesen, der sagt, "ihr Westler entsprecht nicht den chinesischen Werten" nur entgegen :"ihr Chinesen entsprecht nicht den westlichen Werten". Das ist natürlich wenig hilf- oder lehrreich.
    Eine Diskussion darüber, wohin welche Werte geführt haben, führen oder zu führen geeignet sind, findet leider nicht statt.

  6. #51
    eVBlut-an-den Stollen

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Zitat Zitat von George Weah
    Eine Diskussion darüber, wohin welche Werte geführt haben, führen oder zu führen geeignet sind, findet leider nicht statt.
    Die ist auch nicht mal eben im Spiegel abhandelbar.
    Falls es eine derartige Diskussion - von beiden Seiten ergebnisoffen! - jemals geben wird.

  7. #52
    George Weah

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    Re: Die Eröffnungsfeier

    Zitat Zitat von Blut-an-den Stollen
    Die ist auch nicht mal eben im Spiegel abhandelbar..
    Abhandelbar wohl nicht.

    Falls es eine derartige Diskussion - von beiden Seiten ergebnisoffen! - jemals geben wird.
    ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so eine Diskussion - wie ergebnisoffen von welcher Seite auch immer - nicht geben wird. Dafür kommen sich die Kulturen in dieser auf allen Ebenen vernetzten Welt glaube ich "zu nahe".

  8. #53
    Gast

    Re: Die Eröffnungsfeier

    Zitat Zitat von George Weah
    ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so eine Diskussion - wie ergebnisoffen von welcher Seite auch immer - nicht geben wird. Dafür kommen sich die Kulturen in dieser auf allen Ebenen vernetzten Welt glaube ich "zu nahe".
    Denke auch so. Meines Halbwissens nach sind chin Begriffe wie Tradition von der Bedeutung her widersprüchlich und wurden in den letzten Jahren in politisch-kulturell unterschiedliche Moden gestellt. Also näher an der Vernetzung mit westl. Kommunkationsstilen, als man glauben würde.

    Unter dem Motto 'Kultur statt Politik' werden Vergangenheit und Gegenwart aufgesogen und die jüngste Vergangenheit (Kulturrevolution) ausgespart. Konfuzius Philosophie wird als Botschaft eines chin. Universalismus wiederbelebt, was ja zur Zeit der Entstehung des Nationalstaats politisch ausgesiebt wurde. Unter diesem Motiv stehen dann Figuren wie Konfuzius, der erste chin. Kaiser, Armeeführer, exilierte Gelehrte und andere Versatzstücke beliebig nebeneinander und zeigen das Bild einer glanzvollen tausendjährigen chin. Kultur. Gleichzeitig wird die marx. Erzählung von der Schaffung des neuen Menschen schwächer.

    Denke, beides wirkt da aufeinander bzw. vernetzt sich, Wiederaneignung chin. Kultur als nationale Identifikation nach dem Desaster von '49 und gleichzeitig Prägung durch westl. Begriffe, Formate, Tendenzen.

    Exemplarisch bei dem Film Hero.(Der erste chin. Kaiser als Symbolfigur für alles unter dem Himmel, die Unverletzlichkeit chin. Territorien, die zeitlose Dauer chin. Kultur) und in der Idee der Eröffnungsfeier Zhangs. Die Feier greift das Motiv des Erinnerns einer tausendjährigen Geschichte auf und suggeriert ewige Kontinuität. Die Inszenierung von Einheit und Homogenität Chinas ist Ausdruck tief verwurzelten universalen Denkens in der chin. Kultur. Aus dem Blick einer chinesischen Identität erscheint dann Europa als Zivilisation des Nicht-Identischen, also der Nähe völlig unterschiedlicher Nationalstaaten.

    Und die Eröffnungsfeier könnte ebenso von der Vorlage und Technik her Ausdruck einer postmodernen Inszenierung des kulturellen Erbes nach westl. empfundenen Trend sein: In dieser Intention, eine nationale Größe zu bauen und hierzu beliebig geschichtl. sich widersprechende Orte und Zeiten zu vermengen (Themenpark) und dem Mittel der Personalsierung.

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